Die Sofortversorger

Schnelle Hilfe für alle in der Rettungsstelle im Ev. Krankenhaus Lutherstift in Seelow

Die Rettungsstelle hilft schnell, auch bei Frakturen.
Die Rettungsstelle hilft schnell, auch bei Frakturen.

Jeder Stuhl im Wartebereich ist besetzt. Aber keiner der wartenden Patienten ist ein schwerer Notfall: Den hätte das Team von der Rettungsstelle ohnehin sofort versorgt. Freitag, später Vormittag. Hausärzte bieten normalerweise um diese Zeit ihre Sprechstunden an. Jedoch hier in Seelow und Umgebung werden es immer weniger; Ärztemangel in Märkisch-Oderland. »Es wird zunehmend schwieriger, auf dem flachen Land freie Hausarztstellen zu besetzen«, weiß Dr. Andreas Engelbert vom Evangelischen Krankenhaus Lutherstift Seelow. Das sei auch eine Erklärung, warum so viele Patienten die Notaufnahme aufsuchen würden. Und nicht nur heute – der Andrang in der Rettungsstelle ist zur Routine geworden. Da heißt es, ruhig bleiben und die Patienten nacheinander versorgen. Die nächsten Rettungsstellen sind in den Kliniken von Wriezen, Frankfurt/Oder, Strausberg – alle mindestens dreißig Kilometer von Seelow entfernt.

Gut vorbereitet auf den Notfall

»Überwiegend versorgen wir in unserer Rettungsstelle die leichten Fälle«. Der Chefarzt der Chirurgie spricht von »Bagatellverletzungen« wie Schnitte in den Finger da, einen kleinen Schwindelanfall hier. Schwerer fallen hingegen Verletzungen aus wie Frakturen des Sprunggelenks, am Handgelenk oder ein Oberschenkelhalsbruch. Die werden dann von den Chirurgen versorgt, von Dr. Engelbert und seinen Fachkollegen. Die anderen Notfälle – Bluthochdruckentgleisung, Verdacht auf Schlaganfall – behandeln die Internisten. Chirurgie und Innere Medizin – das sind die beiden Fachabteilungen im Krankenhaus, ergänzt mit der Abteilung für Anästhesie mit einer Wachstation (IMC). Im Quartal behandeln sie in der Notaufnahme bis zu neunhundert Patienten ambulant. Die, die stationär versorgt werden müssen, bleiben meist im Seelower Krankenhaus.

Gesundheitsversorgung für alle

Es ist eine kleine und leistungsfähige Einrichtung. Aber eine mit Tradition, über einhundert Jahre alt mit einem Neubau aus dem Jahr 2007. Mit seinen gut zweihundert Mitarbeitern ist das Evangelische Krankenhaus Lutherstift Seelow einer der größten Arbeitgeber in der Region. Assistenz- und Fachärzte für die Region zu finden, wird immer schwieriger. Ärztliche Kollegen aus der ganzen Welt arbeiten hier. Und auch von jenseits der Oder kommen Engelberts Kollegen, nur zwanzig Kilometer sind es bis zur deutsch-polnischen Grenze. »Wir werben auch um polnische Patienten.« Gesundheitsversorgung für alle, die sie in Anspruch nehmen wollen und müssen. Ob leichte Erkrankung oder tatsächlicher Notfall: Wie in anderen Kliniken, so entscheidet auch in Seelow die Krankenschwester am Empfang der Rettungsstelle. Muss ein Patient versorgt werden, so ruft sie den zuständigen Kollegen aus einer der beiden Fachabteilungen. »Liegt ein schwerwiegender Fall vor, dann muss sich der behandelnde Arzt beeilen und sofort zum Notfallpatienten.« Andreas Engelbert koordiniert die Einsätze in der Rettungsstelle, er nimmt teil an Teamsitzungen, behandelt selbst Notfallpatienten und betreut eine Sprechstunde für Arbeitsunfälle. Eingeteilt ist immer ein diensthabender Kollege pro Fachabteilung. Der bekommt das Telefon, über das die Anrufe der Schwester aus der Rettungsstelle eingehen. »Wir können nicht planen: Mal kommen viele Patienten in die Rettungsstelle, dann wieder deutlich weniger.« Aber die Rettungsstelle des Krankenhauses muss ständig besetzt sein. Für den Notfall, der auch immer wieder eintritt. »Und auf den sind wir vorbereitet.« Jeder, der in die Rettungsstelle kommt, findet auch Behandlung. »Wir gehen auf die Menschen zu, wir nehmen ihre gesundheitlichen Probleme ernst«: Jeden Einzelnen, der im Wartebereich der Rettungsstelle wartet.

Kontakt

Evangelisches Krankenhaus Lutherstift 
Standort Seelow
Robert-Koch-Straße 7-15, 15306 Seelow
Tel. (03346) 877 700
romy.raetzel@diakonissenhaus.de
www.lutherstiftung.de

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